Breitbandausbau

Warum Breitband?

Breitbandinternet ist zu einem Teil des alltäglichen Lebens geworden. Wir informieren uns im Internet über Nachrichten und den Wetterbericht, erledigen dort unsere Bankgeschäfte und kaufen viele Dinge des täglichen Bedarfs über Online-Händler ein. Immer mehr Aktivitäten verlagern sich in das World Wide Web und für viele Menschen und Unternehmen ist ein schneller und leistungsfähiger Internetzugang unverzichtbar geworden.

Die Konsequenzen, welche sich aus dem Nichtvorhandensein eines schnellen Internetzugangs ergeben, können in vielfältiger Art ausgeprägt sein. Angefangen bei nicht möglichen, beziehungsweise sehr langwierigen und kostenintensiven Downloads für Sicherheitsupdates, bis hin zu einer fehlenden Wettbewerbsfähigkeit bei kommerzieller und geschäftlicher Tätigkeit.

Was ist „Fiber to the Home“?

Warum ein Breitbandanschluss?

  • Surfen im Internet: Schnelles Herunterladen von Daten, Musik und Videos. Schnelles Hochladen von Daten, Bildern und Videos in das Netz (YouTube, facebook, ...)
  • Videokonferenzen mit Verwandten, Freunden oder Geschäftspartnern (Skype)
  • Versenden von Urlaubsfotos zur Erstellung von Papierbildern oder Alben
  • eShopping: Einkaufen über das Internet (ebay, online-Kaufhäuser, ...)
  • Internetfernsehen, Standard und HD-Qualität. 3D-Fernsehen in höchster Qualität.
  • TV on demand: Fernsehsendungen selbst zusammen stellen und herunterladen, wann und was man sehen möchte, unabhängig vom laufenden Programm.
  • eLearning: Lernen im Internet (Lernvideos, Wikipedia, ...). Schulstoff online über Web-basierende Kurse vermitteln. Nachhilfe im Internet über Videodienste.
  • eWorking: Arbeiten von zu Hause aus (Zugriff auf Server der Firma), Heimarbeitsplätze.
  • eGovernment: Behördenangebote an Formulare und Anträgen nutzen
  • eBanking: Bankgeschäfte und Kontenverwaltung online
  • eSecure: Sicherheitsdienstleistungen, Fernüberwachung von Anlagen und Objekten
  • eGaming: Computerspiele online
  • Telemedizin: ambulante medizinische Betreuung von Patienten in ihrer Wohnung durch den Arzt aus seiner Praxis heraus. Auswertung von Untersuchungsergebnissen durch den Arzt per Videoschaltung. Überwachung von alten Menschen in ihrer Wohnung durch Pflegepersonal aus der Ferne.
  • cloud computing: Nutzung unbegrenzter externer Datenspeicher für die privaten und gewerblichen Daten, Bilder, Videos. Verwaltung und Verteilung der Daten über externe Rechenzentren.
  • Fernablesung von Verbrauchsdaten Energie, Gas, Wasser zeitnah und aktuell

Welche Effekte bringt ein Breitbandanschluss mit sich?

  • Zeitersparnis ohne Ende
  • Vereinfachung der Lebensprozesse im Alltag
  • hohe Qualität an Unterhaltung
  • zeitliche Flexibilität
  • Lernen und Arbeiten von zu Hause
  • Einsparung von Wegen und Zeit bei der medizinischen Versorgung und bei Behördengängen
  • Kommunikation und Informationsaustauschprivat und dienstlich online weltweit
  • mehr Sicherheit für Person und das zu Hause
  • Aufwertung der Wohnung und Immobilie
  • mehr Unabhängigkeit des Wohnstandortes
  • Attraktivität von Kommunen und Gewerbestandorten steigt massiv an
  • Halten von vorhandenen Gewerbebetrieben und Ansiedlung von neuem Gewerbe
  • Verminderung der Abwanderung von Familien und vor allem von jungen Menschen

Die Breitbandstrategie der Bundesregierung

Die Digitalisierung, als grundlegender technologischer Trend unserer Zeit, eröffnet für Wirtschaft und Gesellschaft eine Vielzahl neuer Chancen und Möglichkeiten.

Alle Menschen und Unternehmen in Deutschland sollen von den Chancen des Digitalen Wandels profitieren können. Deshalb hat die Bundesregierung die Digitale Strategie 2025 entwickelt.

Grundlage dieser Strategie ist der Breitbandausbau mit Glasfasernetzen. 

Phase 1 (bis Ende 2018):

In einem ersten Zwischenschritt soll das Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit mind. 50 Mbit/s für alle Haushalte verwirklicht werden. Dabei werden mit vielen Ausbauprojekten schon jetzt Gigabit-Anschlüsse realisiert. In Zukunft werden neue Wohngebiete über die Vorgaben des DigiNetzG automatisch mit FTTB/H angebunden. Außerdem müssen auch jetzt schon beim Bau von neuen Wohn- und Gewerbegebieten und bei allen Baumaßnahmen an der Verkehrsinfrastruktur Glasfaser direkt mitverlegt werden.

Phase 2 (bis Ende 2019):

Die bestehenden unterversorgten Gewerbegebiete wollen wir – auch mithilfe des Sonderförderaufrufs "Mittelstand" des Bundes – ausschließlich mit Glasfaser-Anschlüssen ausstatten.

Phase 3 (bis Ende 2020):

Die Voraussetzungen für einen flächendeckenden 5G-Rollout sind geschaffen.

Phase 4 (bis Ende 2025):

Eine flächendeckende gigabitfähige Infrastruktur!

 

Quelle: BMVI

DigiNetzG

Der Bundesrat hat am 23.09.2016 das von der Bundesregierung eingebrachte „Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze (DigiNetzG)“ angenommen.

Durch das DigiNetzG wird die Richtlinie 2014/61/EU über Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen für die elektrische Kommunikation in ein nationales Gesetz umgesetzt. Ziel der Richtlinie und des DigiNetzG ist die Senkung der Kosten für den Auf- und Ausbau digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze.

Über die EU-Richtlinie hinausgehend sieht das DigiNetzG eine (bedarfsgerechte) Mitverlegung von Glasfaserinfrastruktur bei Straßenbauarbeiten und eine Versorgungsverpflichtung mit Glasfaserinfrastruktur für Neubaugebiete bei Erschließung vor!

Bundesminister Dobrindt würdigt das Gesetz wie folgt:

„Mit dem DigiNetz-Gesetz machen wir Deutschland fit für die Gigabit-Gesellschaft. In Zukunft gilt: Jede Baustelle bringt Bandbreite. Wer Verkehrswege oder Neubaugebiete erschließt, muss Glasfaserkabel direkt mitverlegen. Gleichzeitig öffnen wir bestehende Infrastruktur für Datennetze. Unzählige Straßen im Land müssen nicht mehr doppelt aufgerissen werden. Solange geeignete Rohrkapazitäten darunter liegen, die noch frei sind, können die Telekommunikationsunternehmen einfach ein Kabel durchschießen – fertig. Davon profitieren unsere Wirtschaft und die Menschen gleichermaßen.“

 

Quelle: BMVI

Eckpunkte Zukunftsoffensive Gigabit-Deutschland

1. Unser Fahrplan auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft

Damit der Übergang in die Gigabit-Gesellschaft gelingt und Deutschland bei der digitalen Infrastruktur in die weltweite Spitzengruppe gelangt, ist bis Mitte des nächsten Jahrzehnts ein nie dagewesener Infrastruktur-Kraftakt nötig. Diese Herausforderung nehmen wir an und gehen den Weg in die Gigabit-Gesellschaft in vier Etappen:

Phase 1 (bis Ende 2018):

In einem ersten Zwischenschritt soll das Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit mind. 50 Mbit/s für alle Haushalte verwirklicht werden. Dabei werden mit vielen Ausbauprojekten schon jetzt Gigabit-Anschlüsse realisiert. In Zukunft werden neue Wohngebiete über die Vorgaben des DigiNetzG automatisch mit FTTB/H angebunden.

Phase 2 (bis Ende 2019):

Die bestehenden unterversorgten Gewerbegebiete wollen wir – auch mithilfe des Sonderförderaufrufs "Mittelstand" des Bundes – ausschließlich mit Glasfaser-Anschlüssen ausstatten. Neue Gewerbegebiete werden über die Vorgaben des DigiNetzG künftig von vornherein mit Glasfaser versorgt.

Phase 3 (bis Ende 2020):

Die Voraussetzungen für einen flächendeckenden 5G-Rollout sind geschaffen. Der Regulierer trägt Sorge, dass auch künftig benötigte Frequenzbereiche zur Verfügung stehen (u.a. UMTS).

Phase 4 (bis Ende 2025):

Wir wollen eine gigabitfähige konvergente Infrastruktur. Wir fördern die Gigabit-Gesellschaft. Gigabit-Gesellschaft beschreibt eine hochvernetzte Gesellschaft mit einer differenzierten Kombination in der Infrastruktur aus Intelligenz im Netz, Bandbreite, Echtzeitverfügbarkeit, Sicherheit, Energieeffizienz und anderen Leistungsparametern. Im Vordergrund steht eine flexible Verfügbarkeit von Infrastruktur für die Gigabit-Gesellschaft entsprechend den Bedürfnissen und Anwendungen der jeweiligen Nutzer. Wir entwickeln für die Gigabit-Gesellschaft den geeigneten technischen, finanziellen und rechtlichen Rahmen inklusive einer wirkungsvollen Förderkulisse. Wir errichten unter anderem ein 5G-Netz, mit dem insbesondere auch alle relevanten Verkehrswege versorgt werden.

2. Maßnahmen der Netzallianz

Wir werden unser finanzielles Engagement ausbauen.

Die in der Netzallianz repräsentierten Unternehmen haben in 2015 und 2016 wie angekündigt jeweils 8 Mrd. EUR in den Breitbandausbau investiert. Ab 2017 werden sie ihre Investitionen bedarfsgerecht steigern.

Der Bund stellt bislang insgesamt 4 Mrd. EUR durch flankierende Fördermaßnahmen bereit. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dem Bundesförderprogramm werden dadurch Investitionen von annähernd 10 Mrd. EUR in Gebieten ausgelöst, in denen ein Ausbau der Unternehmen wegen fehlender Wirtschaftlichkeit absehbar nicht erfolgen kann. Technologie- und Anbieterneutralität werden gewahrt, Wettbewerbsverzerrungen und Mitnahmeeffekte vermieden.

Der Bund wird angesichts der Bedeutung der digitalen Infrastruktur für die Zukunfts- und Innovationsfähigkeit Deutschlands die Fördermittel bedarfsgerecht weiter erhöhen.

Die in der Netzallianz repräsentierten Unternehmen wirken im Rahmen der Breitbandförderung daran mit, dass staatlich geförderte Projekte den privaten Ausbau sinnvoll ergänzen und hierzu unterversorgte Gebiete möglichst präzise abgegrenzt werden können. Sie beteiligen sich deshalb bei der Planung von Fördervorhaben am Markterkundungsverfahren, sofern sie einen eigenwirtschaftlichen (Teil-)Ausbau im Zielgebiet beabsichtigen. Nach der Stellung eines Förderantrags durch die Kommune nehmen sie bis zum Beginn des Ausbaus im Regelfall keinen Teilausbau im Projektgebiet mehr vor. Sie tragen so dazu bei, dass die auf Basis der Markterkundung kalkulierten Förderprojekte auch umgesetzt werden können.

Die beihilfenrechtliche Aufgreifschwelle ist darauf auszurichten, dass künftig Gigabitnetze gefördert werden können. Eine Förderung zur Anbindung von Mobilfunkstandorten mit Glasfaser für den 5G-Rollout muss beihilfenrechtlich in wettbewerbskonformer Weise ermöglicht werden. Soweit dies unter den gegenwärtigen Beihilfenleitlinien nicht realisiert werden kann, dringen wir bei der EU-Kommission auf eine Überarbeitung der bestehenden Leitlinien.

Wir heben Synergien und bewirken damit, dass die investierten Mittel einen möglichst hohen Effekt auf die Breitbandversorgung haben:

Die Unternehmen der Netzallianz prüfen, den Infrastrukturaufbau – dort wo es sinnvoll ist – in Kooperationsprojekten voranzubringen und whole-buy-Modelle zu nutzen.

Die Teilnehmer der Netzallianz setzen sich dafür ein, dass das DigiNetzG eine ausbaufördernde Wirkung entfaltet.

Investitionen in die Netze werden auch durch eine hohe Nachfrage nach Gigabit-Anschlüssen begünstigt. Die marktgetriebene, insbesondere gewerbliche Nachfrage muss daher dynamisiert werden.

Wir wollen den Unternehmen den Nutzen der Gigabitinfrastruktur verdeutlichen und starten dazu eine Informationskampagne: Im Rahmen einer deutschlandweiten Roadshow von BMVI und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sollen KMU und kommunale Entscheidungsträger über regionale Workshops und Konferenzen praxisnah über die absehbaren digitalen Anwendungen von morgen informiert werden. Wir fördern so eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit den Potenzialen der Digitalisierung und den Anforderungen an die digitalen Infrastrukturen.

Wir schaffen auch Anreize für Gebäudeeigentümer, die Hausverkabelung in eigener Initiative zu realisieren. Denkbar sind etwa steuerliche Erleichterungen oder andere finanzielle Anreize für entsprechende Investitionen.

Die Entwicklung hin zur Gigabit-Gesellschaft darf nicht isoliert auf nationaler Ebene vorangetrieben werden. Auch auf europäischer Ebene müssen die richtigen Weichen gestellt werden. Die Teilnehmer der Netzallianz begleiten den Prozess konstruktiv.

Es wird geprüft, ob verfügbare Infrastrukturen, die vorhandene Breitband-Erschließung sowie die Erschließungsmaßnahmen perspektivisch über eine digitale Plattform zusammengeführt und so transparent gemacht werden können. So könnten verfügbare Infrastrukturen unmittelbar in die Planung der Unternehmen integriert werden. Geförderte Infrastrukturen werden im Infrastrukturatlas explizit als solche dargestellt. Zudem kann die Transparenz hinsichtlich der Verfügbarkeit von Leerrohrkapazitäten verbessert werden.

Aufgrund der Bedeutung von Daten sind fortlaufend Anstrengungen zur Absicherung der digitalen Infrastrukturen notwendig. Das betrifft sowohl den Schutz gegen Cyber-Angriffe als auch Maßnahmen zur Sicherstellung der Stabilität und Verfügbarkeit, da insbesondere die Abhängigkeiten zwischen vernetzten Systemen zunehmen werden. Wir starten ein Forschungsprogramm "Netzintelligenz 2025", um die Sicherheitsanforderungen an die intelligenten Netze der Zukunft zu ermitteln.

Mit der nächsten Mobilfunkgeneration (5G) bietet sich die Chance, einen globalen Standard zu prägen. 5G kann zum standortrelevanten Gamechanger werden, der Deutschland und Europa erstmals wieder einen technologischen Vorsprung und damit Innovationsführerschaft in einem zentralen Zukunftsfeld vor den USA und Asien sichern könnte.

Der Aufbau von 5G Netzen stärkt die Konvergenz von Mobilfunk- und Festnetz und unterstützt die Entstehung einer softwaregestützten Gesamtarchitektur. 5G-Technologien und leitungsgebundene Infrastrukturen müssen daher in engem Zusammenhang gesehen und in ihren Wechselbeziehungen betrachtet werden. Die 5G-Initiative des BMVI ist ein wichtiger Eckpfeiler der Gigabitstrategie, um Deutschland als Leitmarkt für 5G zu etablieren.

Die 5G-Technologie betrifft nicht nur die TK, sondern auch die Anwendungsbranchen. Sie müssen sich rechtzeitig in den Standardisierungs- und Forschungsprozess integrieren. Wir unterstützen diesen Prozess mit dem Dialogforum 5G.

Außerdem unterstützt der Bund die Koordination von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Unter anderem wollen wir in einer 5G-Stadt 5G-Anwendungen demonstrieren. Im Gegensatz zu anwendungsspezifischen Testfeldern soll dort eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgen. Sie soll einerseits technologieorientiert zur Validierung der Leistungsfähigkeit und Erprobung neuer virtueller Netzarchitekturen und Gigabit-Anwendungen dienen und andererseits anwendungsorientierte Experimentierumgebungen zur Erprobung von Branchenlösungen (z. B. Automotive, Industrie 4.0, Logistik) darstellen.

Wir stellen bereits heute in allen für 5G relevanten Bereichen bedarfsgerecht Testfrequenzen bereit. Der Bund richtet die anstehenden Vergabeverfahren auf eine schnellstmögliche Markteinführung von 5G in Deutschland aus und legt die Rahmenbedingungen für eine effiziente kommerzielle Nutzung fest.

Im Rahmen einer Studie soll analysiert werden, wie das bestehende Mobilfunknetz 5G-fähig ausgebaut werden kann. Dabei soll auch die Auswirkung des Ausbaus auf die Errichtung von Gigabitnetzen dargestellt werden.

 

Quelle: BMVI